Lagerung
Die Vermeidung eines Schädlingsbefalls setzt ein trockenes,
sauberes und möglichst staubfreies Lager voraus. Das Lagergut
muss befallsfrei eingelagert werden. Temperatur, Feuchtigkeit
und Licht müssen so gesteuert werden, dass die Schädlinge
einen aus ihrer Sicht ungünstigen Lebensraum vorfinden.
 |
ein übersichtliches Lager
vergrößern
|
Unterhalb
einer Temperatur von 10-12 °C
findet in der Regel keine Vermehrung oder Entwicklung von
Insekten mehr statt. Auch bei der Feuchtigkeit gilt: Je geringer
die Feuchtigkeit im Lager ist, desto besser. Bei der Getreidelagerung
beugt beispielsweise eine Kornfeuchte von unter 9 % in Verbindung
mit einer relativen Luftfeuchte von unter 50 % Schädlingsbefall
vor. Das Anbringen von Hygrometern im Lager dient der Überwachung
der Luftfeuchtigkeit. Der Temperaturunterschied von der Ware
zum Lager darf nicht zu groß sein. So wird die Bildung
von Kondenswasser mit daraus resultierendem Befall durch
Mikroorganismen vermieden. Durch ausreichendes Lüften
(Achtung: Vor den Fenstern Insektengitter anbringen!) oder
Luftentfeuchter wird die Lagerluftfeuchtigkeit reguliert.
Vorbeugung bei der Einlagerung von Erntegut
- Gründliche Reinigung der Räume, Silos, Behältnisse
und Maschinen mit Besen, Staubsauger, Pressluft und/oder
reichlich heißem Wasser
- Ordnung in Lagerräumen schaffen, dunkle Ecken vermeiden
- Auf Hohlräume, abgehängte Decken, Verkleidungen
möglichst verzichten
- Bei Einlagerung auf Lüftungsmöglichkeiten achten
- Ware so deponieren, dass sie zu Kontrollzwecken begangen
werden kann
- Ware auf Paletten lagern, bei längerer Lagerung
Plastikpaletten benutzen
- Günstig ist ein Vorraum, der als Schleuse
zur ersten Beobachtung genutzt werden kann (vgl. Demeter-Verarbeitungsrichtlinien)
- Es ist empfehlenswert, bereits druckentweste
Ware einzulagern. Dadurch besteht Sicherheit, schädlingsfreie
Ware bezogen zu haben (siehe auch >Druckentwesung)
Vorbeugung im Lager
- Sachgerechte Lagerung der Ware unter Berücksichtigung von:
- Beschaffenheit des Vorratsgutes
- Lagerdauer: so kurz wie möglich
- Temperatur: ideale Lagertemperatur für Trockenware etwa 5-10 °C
- Luftfeuchte: ideal ist eine relative Luftfeuchte der Außenluft
unter 50 %
- Lichtverhältnisse im Lagerraum: Sonnenlicht ist für
Larven schnell tödlich, Dunkelheit begünstigt Schabenbefall
- Ausreichende Kühllagerung sensibler Ware
- Während des Lagerungsprozesses 1 x pro Woche Kontrollen auf Schädlings-
und Schimmelbefall bei allen Waren durchführen: Sicht- und Geruchsprüfung,
Griffprobe
- Auf Laufspuren achten
 |
Käferlaufspuren sind ein eindeutiges Indiz für Schädlingsbefall.
Quelle: BiP Biologische Beratung bei Insekten-problemen
vergrößern
|
- Kühllagerung sensibler Ware in den Sommermonaten
- Sackware so lagern,
dass sie von unten belüftet werden kann, am
besten auf Kunststoffpaletten
- Zur Befallsüberwachung >Monitoringsysteme installieren
- Sorgfältige, regelmäßige
Reinigung der Lagerstätte
 |
So weit darf es erst gar nicht kommen: Unsauberkeit und Staub fördert Schädlingsbefall!
Quelle: BiP Biologische Beratung bei Insekten-problemen
vergrößern
|
- Etwa alle 3-6 Monate Lagerräume
auf bauliche Mängel hin untersuchen
und ggf. beseitigen (siehe auch >Gebäude)
- Fenster, Öffnungen
und Türen mit leicht entfernbaren Insektengittern
ausstatten
 |
Fliegengitter vor Fenster und Türen behindern den Einflug von Insekten.
vergrößern
|
- Offenes Auge und wacher Sinn: auch scheinbar unbedeutende
Wahrnehmungen können
für die Vermeidung eines Schädlingsbefalls wichtig sein
(siehe auch >Personalschulung)
|