Titel: Schädlingsmanagement in Öko-BetriebenBilderserie vom Getreide zum Brot
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Betriebshygiene

Schmutz und Nahrungsmittelreste bieten Nahrungsgrundlage und Lebensraum für Schädlinge. Die Beseitigung dieser Rückstände gehört deshalb zu den wichtigsten Vorbeugungsmaßnahmen im Vorratsschutz. Der regelmäßige Einsatz von heißem Wasser, eines geeigneten Putzmittels oder des Industriestaubsaugers sind einfache und effektive Hilfsmittel. Allerdings müssen auch diese einfachen Maßnahmen dem Personal über Schulungen vermittelt werden. Nicht jeder hat ein Gefühl für die Notwendigkeit einer sorgfältigen Reinigung.

Blick auf Arbeitstisch und Boden Foto: Christina Marschall

Boden unter Arbeitstischen und Schubladenecken sind regelmäßig zu reinigen, um Mottenlarven keine Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.

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Jeder lebensmittelverarbeitende Betrieb ist durch das Lebensmittelbedarfsgegenständegesetz (LMBG) bzw. die Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV) zur Einhaltung von Hygienestandards verpflichtet. Die >LMHV fordert "betriebseigene Maßnahmen und Kontrollen". Das HACCP-Konzept hilft bei der Durchführung der betriebseigenen Maßnahmen und Kontrollen. Durch die Anwendung dieses Konzeptes werden kritische Bereiche im Betrieb identifiziert, an denen gesundheitsgefährdende Verunreinigungen oder ekelerregende Beeinträchtigungen der Produkte auftreten können. Das können beispielsweise Häutungs- und Kotreste von Insekten in Lebensmitteln sein oder Mottengespinste im Mehl oder Müsli. Es werden Maßnahmen zur Beseitigung bzw. Verringerung des Gefahrenpotentials festgelegt und umgesetzt. Für die laufende Überwachung der kritischen Stellen wird ein Hauptverantwortlicher benannt (Qualitätssicherungsbeauftragter). Entsprechend ist im Schädlingsmanagement vorzugehen.

Grundlegende Anforderungen an die Hygiene im Betrieb sind dabei:

  • Hygienisch und bautechnisch sichere Betriebsräume (z.B. intakte Wände und Decken, Putz / Farbe darf nicht bröckeln oder splittern)
Sprinnweben an der Decke Foto: Christina Marschall

Spinnweben sind regelmäßig zu entfernen.

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  • Hygienisch sichere Beschaffenheit der Maschinen und Geräte (z.B. Maschinen ohne Ecken, die schlecht zu reinigen sind)
Ansicht Schubladen Foto: Christina Marschall

Die eckigen Kanten der Schubladen sind schwer zu reinigen und bieten Mottenlarven Nahrung und Unterschlupf.

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  • Hygienischer und sachgerechter Umgang mit Lebensmitteln bei Lagerung, Verarbeitung, Verpackung, Vertrieb und Verkauf
(c) BiP

Quelle: BiP Biologische Beratung bei Insekten-problemen.

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  • Angemessene Personalhygiene
  • Hygieneschulung der Mitarbeiter, bezogen auf die jeweiligen Arbeitsbereiche

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Tipp

Konkret gehören zur erfolgreichen Hygiene im Betrieb:

  • Regelmäßige Reinigung der Betriebs- und Lagerräume
  • Regelmäßige Beobachtung und Verbesserung des baulichen Zustandes aller Betriebsgebäude
  • Regelmäßige Beseitigung lebensmittelhaltiger Stäube auf hochgelegenen, schlecht zugänglichen Flächen, aber auch im gesamten Lagerbereich
Blick auf Wandvorsprung Foto: Christina Marschall

Wandvorsprünge sind zu vermeiden, da sich darauf Staub ablagert, der Nahrungsgrund-lage vieler Schädlinge ist.

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  • Ermöglichung des Zuganges von Hohlräumen hinter Maschinenverkleidungen
  • Konsequente Eingangsuntersuchung frischer Rohware auf Schädlingsbefall
  • Benennung eines Verantwortlichen und Durchführenden für die Eingangsuntersuchungen
  • Trennung von frischer Eingangsware und Lagerware (Trennung befallsverdächtiger Rohware von befallsfreier Fertigware)
  • Trennung befallener von nicht befallener oder frisch entwester Ware
  • Möglichst getrennte Lagerbereiche für Rohmaterial, Halbfabrikate, Verpackungsmaterial und Endprodukte
  • Verschluss von Fenstern in Lager- und Produktionsräumen oder Einsatz von Gazefenstern / Fliegengittern
  • Offen stehende Türen und Fenster vermeiden
  • Entfernen herabgefallener Lebensmittel von Arbeitsflächen und Fußboden

(vgl. Engelbrecht/Reichmuth: Schädlinge und ihre Bekämpfung, S. 75/76, Voigt: Schädlinge und ihre Kontrolle nach HACCP-Richtlinien, S. 89)

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Ganz besonderes Augenmerk muss auf eine sachgerechte Abfallentsorgung gelegt werden. Abfälle allgemein und insbesondere Nahrungsmittelabfälle bieten Schädlingen optimale Nahrungsquellen und Versteckmöglichkeiten. Wo Abfall offen herumliegt, sind meist auch Schädlinge wie Nager oder Schaben zu finden, da sie von den Abfällen angelockt werden.

Ansicht offener Abfallsack Foto: Christina Marschall

So nicht -
geschlossene Abfallbehälter
müssen sein.

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Hier einige Tipps zum Umgang mit Betriebsabfällen:

  • Abfälle müssen in geschlossenen Behältern gesammelt werden, damit Schädlinge keinen Zugang zum Abfall und Abfallbereich bekommen
  • Fäulnis und Geruchsbelästigungen müssen vermieden werden, da diese anziehend auf Schädlinge wirken
  • Abfallbehälter müssen laut Lebensmittelhygiene-Verordnung täglich entleert und gereinigt werden
  • Regelmäßige Kontrolle des Abfalllagers auf Ungeziefer
  • Regelmäßige Entsorgung der Abfälle
  • Von Schädlingen befallene Ware darf nicht in den Abfall gelangen
  • Abfälle müssen laut Lebensmittelhygieneverordnung getrennt von Lager-, Verkaufs- und Produktionsräumen aufbewahrt werden
  • Potentielle Verstecke wie umherstehende Kisten, Säcke und Schachteln überprüfen und beseitigen

(vgl. Hygienemaßnahmen BNN-Einzelhandel)

 
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siehe auch
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letzte Änderung: 29.02.04   © 2004