Titel: Schädlingsmanagement in Öko-BetriebenBilderserie vom Getreide zum Brot
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Vorbeugung

Ökologische Rohstoffe zur Lebensmittelherstellung werden ohne den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutz- und Düngemittel erzeugt. Die EU-Öko-Verordnung regelt dies. Bei der Verarbeitung der Biorohstoffe sollte es selbstverständlich sein, ohne chemisch-synthetische Vorratsschutzmittel auszukommen. Die Vorbeugung hat deshalb eine zentrale Stellung im ökologischen Schädlingsmanagement. Es gilt der Grundsatz: "Vorbeugen ist besser als bekämpfen". In den lebensmittelverarbeitenden Betrieben wird dem vorbeugenden Vorratsschutz jedoch nicht immer ausreichend Beachtung geschenkt. Erst wenn ein Schädlingsbefall auftritt, wird seine Bedeutung erkannt. Die oft hohen Kosten für eine Bekämpfungsmaßnahme übersteigen in nicht wenigen Fällen die für eine effektive Vorbeugung. Erschwerend kommt hinzu, dass es im Öko-Bereich nur eine eingeschränkte Anzahl von Bekämpfungsmaßnahmen gibt.

Für eine erfolgreiche Vorbeugung sind vor allem genaue Kenntnisse über den Schädling (Entwicklungszyklus, Nahrungsquellen, Klimaansprüche etc.) erforderlich. Ziel ist es, im Lebensmittelbetrieb und in seiner näheren Umgebung einen schädlingsfeindlichen Lebensraum zu schaffen.

Für ein funktionierendes Schädlingsmanagement ist eine regelmäßige und genaue Dokumentation eine Grundvoraussetzung. Wie beim HACCP (Hazard Analysis Critical Control Points = Produkt- und prozessspezifische Risikoanalyse) bietet sich hierfür ein Handbuch an.
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Die effektivste Vorbeugung gegen Schädlinge ist eine sorgfältige Reinigung aller Bereiche des Betriebes. Denn Schmutz bietet optimalen Lebensraum für Schädlinge.
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Zur Vorbeugung gehört im weitesten Sinne auch die Früherkennung eines Schädlingsbefalls. Monitoring dient dabei als Handwerkszeug zur Überwachung des Biobetriebes auf Schädlingsbefall. Durch ein Monitoring können rechtzeitig befallsbegrenzende Maßnahmen eingeleitet werden. Eine Bekämpfung kann so eventuell lokal beschränkt bleiben, bevor sich der Schädling im gesamten Betrieb ausbreitet.
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Den Mitarbeitern muss durch regelmäßige Schulungen die Bedeutung des Vorratsschutzes vermittelt werden. Sie müssen, wie auch die Firmenleitung, für das Thema sensibilisiert werden und ein Auge für mögliche Gefahrenquellen im Betrieb bekommen.
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Bauliche Schwachstellen begünstigen die Einwanderung von Schädlingen in den Betrieb. Die Schwachstellen wahr zu nehmen und zu beseitigen gehört zu einem gut funktionierenden Schädlingsmanagement.
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Bereits beim Einkauf der Rohware ist Vorbeugung vor Schädlingsbefall ein Thema. Durch Rohstoffspezifikationen und Lieferantenaudits erreicht man im Vorfeld einen gewissen Schutz vor Vorratsschädlingen.
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Eine gründliche Wareneingangskontrolle ist nicht nur im Sinne des Qualitätsmanagements notwendig. Durch Einschleppung können Schädlinge in Kartons, Säcken, Paletten etc. unbemerkt in den Betrieb gelangen.
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Schlechte Lagerbedingungen können einem Schädlingsbefall begünstigen. Vorbeugende Maßnahmen zum Vorratsschutz sind deshalb auch bei der Einlagerung und Lagerung von Rohstoffen und Endprodukten zu beachten.
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Auch das richtige Verpackungsmaterial kann einem Schädlingsbefall vorbeugen. Heute sind ausgeklügelte Verpackungssysteme am Markt, die diesem Aspekt Rechnung tragen.
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Vorratsschutz läuft in vielen Betrieben "nebenher". Oft fehlt schlicht die Zeit oder das Personal, um sich eingehend mit dem Thema zu beschäftigen. Eine fachkundige Beratung kann helfen, größere Schäden durch Schädlingsbefall und damit unnötige Kosten zu vermeiden. Eine ganze Reihe kompetenter Berater bietet mittlerweile auf den jeweiligen Bio-Betrieb zugeschnittene Vorratsschutzkonzepte an.
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Bei der integrierten Schädlingsbekämpfung werden alle zur Verfügung stehenden Methoden und Verfahren des Vorratsschutzes so miteinander kombiniert, dass die eigentliche Bekämpfungsmaßnahme die Ausnahme bleibt.
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Tipp
Das "Handbuch für Schädlingsmanagement" kann als eigenes Kapitel im Qualitätssicherungs-handbuch des Betriebes integriert sein.
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letzte Änderung: 29.02.04   © 2004